Das weisse Band
Land:D/Ö
Jahr:2009
Regie:Michael Haneke
Darsteller: Josef Bierbichler;
Burghart Klaußner
Ulrich Tukur
Christian Friedel
Genre:
Länge:02:31 h
FSK12
Im Frühsommer 1913 ereignen sich in einem kleinen protestantischen Dorf im Norden Deutschlands seltsame Dinge. Alles beginnt mit einem mysteriösen Reitunfall des Doktors (Rainer Bock). Seine Hebamme (Susanne Lothar) entdeckt, dass ein Seil gespannt wurde, das sein Pferd zum Stürzen gebracht hat. Doch dieses Seil verschwindet spurlos. Wenig später stirbt im Sägewerk eine Bauersfrau, die in Diensten des Barons (Ulrich Tukur) ihre Arbeit ausführte. Ihre Familie macht ihn und seine Frau dafür verantwortlich.
Danach kommt der Sommer, und es kehrt etwas Ruhe ein. Doch nach dem Erntedankfest wird der kleine Sohn des Barons misshandelt vorgefunden. Das gegenseitige Misstrauen im Dorf wächst zunehmend, und es ereignen sich weitere beunruhigende Vorfälle. Wer steckt dahinter? Merkwürdig verhalten sich vor allem zwei Kinder des Pastors (Burghart Klaussner), die von diesem mit grösster Strenge erzogen werden und als Zeichen der Demut ein weisses Band an ihrem Arm tragen müssen. Der junge Lehrer (Christian Friedel) versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch aus den Kindern ist nichts herauszukriegen...Ein klammes Meisterwerk. Drama in Schwarz-Weiss, Gewinner in Cannes 2009, vorgeschlagen als deutscher OSCAR-Beitrag 2010 für den besten Film in fremder Sprache.

KRITIK:?Mit ?Das weisse Band? hat Michael Haneke einen anspruchsvollen, vielschichtigen und faszinierenden Film gedreht, der den Zuschauer voll in seinen Bann zieht. Eine eigentliche Hauptrolle gibt's nicht. Der Baron, der Pfarrer, der Arzt, die Hebamme, der Lehrer, der Bauer - Namen sind unwichtig - sind ein Teil des Dorfes, deren zweigesichtige Gemeinschaft der eigentliche Hauptdarsteller des Filmes ist. Das grosse Darstellerensemble leistet hier hervorragende Arbeit und besticht gerade durch seine Zurückhaltung.

Das titelgebende weisse Band steht für die Strenge, mit der die Kinder anno 1913 erzogen wurden. Diese findet in der Strenge der Inszenierung ihre formale Entsprechung: Ruhige, statische Bilder in kargem Schwarzweiss, glasklarer Dialog (niemals wird durcheinander gesprochen oder geschrien, niemand fällt einem anderen ins Wort) und - wie immer bei Haneke - keinerlei musikalische Untermalung mit Ausnahme der Musik, die im Film gespielt wird; all diese Elemente schaffen eine beklemmende Atmosphäre, man meint, den Neid und die Missgunst zu spüren, die in der Umgebung gedeihen - und zu unerklärbar scheinenden Taten führen.
zur Zeit läuft dieser Film in keinem der Breitwandkinos