Ludwig II (1972)

Im Alter von 19 Jahren wird ludwig zum König gekrönt. Man lernt ihn als scheuen jungen Mann kennen, der von guten Absichten geleitet sich der Verantwortung seiner Position stellen will. Die Routine des Regierens interessiert ihn kaum, denn ihn leitet die Vision einer besseren Welt, die er in den Werken Wagners erkannt zu haben glaubt. Dieses Ideal der Schönheit bestimmt sein Denken und Handeln so sehr, dass er sich bald der Realität entfremdet fühlt. Er bemerkt sehr wohl, dass der vermeintliche Freund Wagner in erster Linie an seinem Vermögen interessiert ist. Auch die Intrigen seiner geliebten Kusine Sissi von Österreich durchschaut er. Aber er ist kein Mensch, der in der Welt handeln will. Stattdessen gibt er sich in der Abgeschiedenheit seiner Schlösser seinem Traum von Schönheit hin -- und verliert jeden Halt in der Wirklichkeit. Dass seine Flucht aus der Gegenwart zugleich die Abkehr von menschlicher Gemeinschaft und moralischer Verantwortung bedeutet, will er nicht anerkennen. Daher verkommt er zunehmend zur physischen wie psychischen Ruine: Der schöne Mann mit den schönen Gedanken degeneriert zum Zerrbild seines Ego-Ideals.

Obwohl Visconti in Ludwig II. eine Geschichte des Verfalls erzählt, feiert er Ludwigs ästhetische Utopie in jeder einzelnen Einstellung. Denn auch wenn er den ewigen Widerspruch zwischen Stil und Substanz zum Thema macht, bemüht er sich um eine jeder Realität enthobene Eleganz. Visconti wollte Ludwig nicht als fehlgeleiteten Träumer bloßstellen, sondern der psychotischen Bedingungslosigkeit seines Idealismus Tribut zollen, während er zugleich mit analytischer Klarsicht die Inkompatibilität seiner Vision mit einem erfüllten Leben in der Welt darstellt.

Wesentlich für Viscontis Projekt war lediglich die Inszenierung, der Ludwig sein eigenes Dasein unterworfen hat. Im Medium des Lebens war sie zum Scheitern verurteilt, im Medium des Films triumphiert sie in all ihrer morbiden Erhabenheit.

Romy Schneider hatte durch die Sissi-Filme in den 1950er-Jahren ihren Durchbruch gefeiert, in denen sie eine eher romantisierte Version der Kaiserin dargestellt hatte. Später entfernte sie sich durch europäische Kunstfilme und ernstere Rollen von diesem Image. Daher war Schneider auch zunächst skeptisch, als sie erneut die Rolle der österreichischen Kaiserin angeboten bekam, diesmal durch ihren engen Freund Visconti. Sie stellte vor ihrer Zusage sicher, dass die Sissi in diesem Film nicht romantisiert, sondern desillusioniert und teilweise zynisch erscheint, wie die echte Kaiserin Elisabeth auch von Zeitgenossen und Historikern geschildert wurde.

IT/FR/DE 1972, 235 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Lucchino Visconti
Drehbuch:
Luchino Visconti Enrico Medioli Suso Cecchi D’Amico
Besetzung:
Romy Schneider, Helmut Berger, Trevor Howard
Kamera:
Armando Nannuzzi
IT/FR/DE 1972, 235 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Lucchino Visconti
Drehbuch:
Luchino Visconti Enrico Medioli Suso Cecchi D’Amico
Besetzung:
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