Max Frisch: Citoyen
ab 29.1.
Der Filmemacher Matthias von Gunten porträtiert den berühmten Schweizer Schriftsteller als großen politischen Intellektuellen seiner Zeit. So steht in seinem erzählerisch sehr dichten Dokumentarfilm die Rolle von Max Frisch als führende literarische Denkerfigur im Vordergrund und nicht die spezifische Auseinandersetzung oder die Interpretation seiner Werke. Eine kurzweilige Annäherung an eine große Literatur-Persönlichkeit.
Vom „Verstummen der Intellektuellen“ ist heutzutage immer häufiger die Rede. Viele haben es bereits vergessen und Junge können es sich meist gar nicht vorstellen, wie das eigentlich ist: wenn ein Autor „teilnimmt“ an seiner Zeit und für seine Mitmenschen zu einer wichtigen und prägenden Stimme wird. Max Frisch war einer der letzten große deutschsprachige Intellektuellen, der eine solche Rolle bewußt wahrnahm und von seiner Umwelt auch so wahrgenommen wurde.
Vor dem Hintergrund des vergehenden 20. Jahrhunderts spürt der Film Max Frisch als wachem und neugierigem Zeitgenossen nach. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch Frischs Texte und Reden, die zwischen Poesie und Politik immer nach der eigenen Haltung, nach dem eigenen Urteil suchen. Gleichzeitig erzählen wichtige Freunde und Bekannte wie Peter Bichsel, Günter Grass, Christa Wolf, Helmut Schmidt oder Henry Kissinger, wie sie Frisch und dessen Engagement erlebt haben. So entsteht das Bild eines Autors, der nicht nur Theaterstücke und Romane verfasst, sondern auch ein Leben lang teilnimmt am Geschehen seiner Zeit, der Stellung bezieht und der durch sein genaues Hinterfragen und dank seinem sprachlichen Können noch heute so aktuell ist, wie er in seiner Zeit war.
