Routine bestimmt den Arbeitsalltag Sakais, Assistenzmanager im Convenience Store. Emotionslos pariert er nervige Kund*innen und folgt den starren Regeln, die der Ladenbesitzer der Belegschaft verordnet. Als die ambitionierte Ogawa als Teilzeitkraft eingestellt wird, beginnt Sakai seine Rolle im System zunehmend zu hinterfragen. Mehr und mehr gerät die monotone Welt des AnyMart aus den Fugen, bis schließlich die Grenzen zwischen Leben und Tod von den Gespenstern aufgelöst werden, die der Konsumismus rief. Das von aktuellen Nippon-Jungstars getragene Langfilmdebüt des Werbefilmers und Ladenmanager-Sohns Yusuke Iwasaki greift mit einem irren Mix aus schrägem Horror, sozialkritischem Drama und absurder Komödie die Ängste in Bezug auf Arbeit sowie Gefühle von Ohnmacht gegenüber der Gesellschaft auf, mit denen sich die junge Generation in Japan zunehmend konfrontiert sieht. Inmitten eines Meers von Stromleitungen und grauen Apartmentkomplexen wird der Convenience Store zur Heterotopie. Gibt es noch Hoffnung in der kalten Welt des Spätkapitalismus, oder müssen wir, abgepackten Suppenhühnern gleich, auf ewig die sterilen Gänge des AnyMart heimsuchen?