FSFF 2026 >> START SMALL. CHANGE EVERYTHING
CINEMA UTOPIA erzählt die fast fünfzigjährige Geschichte des Filmfestivals von Ballmertshofen und verbindet sie mit den Biografien seiner Gründer, den Geschwistern Heida, Udo, Gabi und Beate Legner. Aus ihrem kleinen schwäbischen Heimatdorf heraus entsteht ein Panorama deutscher und internationaler Zeitgeschichte – von den 1950er Jahren bis heute.
Im Zentrum steht die Frage, was von den gesellschaftlichen Umbrüchen und Utopien der 68er-Generation geblieben ist. Inspiriert von Bürgerrechtsbewegung und Protestkultur begannen die Geschwister in den 1970er Jahren, Film und Musik als verbindende Kraft ins Dorf zu holen. Aus ersten Vorführungen im Schulsaal entwickelte sich ein Festival, das heute bis zu 2.000 Besucher anzieht.
Die Entwicklung des Festivals wird vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Zäsuren erzählt: Wirtschaftswunder, Kalter Krieg, Mauerfall, Wiedervereinigung, Globalisierung, Flüchtlingskrisen, Pandemie u.a. Diese Ereignisse werden durch historische Filmdokumente reflektiert und durch Ausschnitte von prägenden Kinofilmen ergänzt – so entsteht auch eine Reise durch sieben Jahrzehnte Filmgeschichte.
Persönliche Einschnitte wie der Tod des Vaters, der plötzliche Verlust von Schwester Gabi im Jahr 2023 und prägende Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie geben dem Film eine emotionale Tiefe.
Formal verbindet der Film eine chronologische Zeitreise von den 1950er Jahren bis in unsere Gegenwart mit Beobachtungen eines heutigen Festivalwochenendes, mit Interviews, historischen Bilddokumenten und Filmausschnitten.
CINEMA UTOPIA ist damit mehr als die Chronik eines Festivals. Der Film fragt, ob sich eine humanistische Vision von Gemeinschaft und kultureller Verständigung im Kleinen bewahren und sich vielleicht sogar ins Große übertragen lässt – trotz wachsender gesellschaftlicher Spannungen, Krisen und Umbrüche.