Dienstag, 19.6., 19.30 Uhr Herrsching
There Once Was An Island
USA 2010, R:Briar March. 80 Min
Drei Jahre lang hat die Dokumentarfilmerin Briar March aus Neuseeland an ihrem Filmprojekt über das entlegene Pazifikatoll Takuu (Carterets Islands) und dessen prekäre Zukunft gearbeitet. Das Atoll versinkt durch die Verschiebung der Erdplatten nach und nach im Meer. Viele fürchten, mit ihrer Heimat auch ihre kulturelle Identität zu verlieren und wollen die Insel nicht verlassen. Doch das Meer türmt sich bereits zu riesigen Wellen auf und überschwemmt einen großen Teil der Insel. Haben die Menschen von Takuu zu lange gezögert?
Die kulturell einzigartige polynesische Gemeinschaft von Takuu muss sich der Realität stellen, ihre Heimat für immer verlassen zu müssen, denn Hilfe wird es keine geben. Sie gehören zu den ersten Opfern des Klimawandels.
Der Untergang kündigt sich schon seit Jahrzehnten schleichend an, ist aber dadurch nicht minder fatal. Wissenschaftler geben dem Atoll noch fünf Jahre und die Bewohner werden endgültig zu Migranten des Klimawandels. Und so gibt There Once Was An Island den unmittelbaren Folgen des Klimawandels im Pazifik ein Gesicht. Und als Zuschauer beginnt man unweigerlich das Eigene Verhältnis zur Erde und den Mitmenschen, die auf ihr leben, zu überdenken.
Gespräch mit Hartmut Grassl
Klimaforscher, Max-Planck-Institut Ham-burg
Im Anschluss an den Film laden die Veranstalter ein zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Hartmut Graßl, dem renommierten und vielfach ausgezeichneten Klimaforscher. Hartmut Graßl war von 1994 bis 1999 Direktor des Weltklima-Forschungsprogramms in Genf und leitete siebzehn Jahre lang das Max-Planck Institut für Meteorologie in Hamburg. Er saß im wissenschaftlichen Beirat über Globale Umweltveränderungen der Deutschen Bundesregierung und war damit eine Art Chefberater. Derzeit ist er Vorsitzender des Klimarats in Bayern und Mitglied des Klima-Beirats in Hamburg.
31.5., 20 Uhr Schloss Seefeld
Zu dem berührenden Dokumentarfilm \"Im Garten der Klänge\" kommt am Donnerstag, 31.5., um 20 Uhr, Stefan Flach-Bulwan ins Kino Breitwand. Herr Bulwan ist Musiktherapeut DMtG, Dozent für Musiktherapie an der Bayr. Musikakademie Marktoberdorf, der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der Universität der Künste Berlin und zahlreichen Privatinstituten, Dozent für Musik an einer Fachschule für Heilerziehungspflege, langjährige Funktionärstätigkeit u . a. Vorsitzender des Berufsverbandes der Musiktherapeuten und Berufsständischer Beirat der Deutschen musiktherapeutischen Gesellschaft; tätig in der Heilpädagogik
Film im spanischen Original mit Untertiteln
Schloss Seefeld: Dienstag, 29.5.2012, 20 Uhr - Starnberg: Mittwoch, 30.5.2012, 19.30 Uhr
Medianeras
Argentinien 2011, 98 min., Regie: Gustavo Taretto, mit Pilar López de Ayala, Javier Drolas, Ines Efron
Frisch verliebt im Zeitalter von Internet, Facebook und Twitter. Mariana und Martín leben an der selben Straße im pulsierenden Buenos Aires. Er ist ein Computerfreak und muss erst wieder lernen, mit dem Tageslicht umzugehen, nachdem er die ganze Zeit vor dem Bildschirm saß und Spiele entwarf. Sie setzt sich zuhause eine Schaufensterpuppe zusammen, um eine Mannsfigur zu haben. Gleichzeitig ist Mariana ein Fan des Bildersuchrätsels «Wo ist Walter?», in dem es darum geht, aus dem Wirrwarr einer Szenerie die eine Figur herauszufinden. Wird Mariana ihren Martín finden? Die Stadt bringt sie zusammen und hält sie voneinander fern. Wir schauen den beiden zu und entdecken dabei auch Buenos Aires, das Taretto in seiner architektonisch reizvollen Komposition mit visuellem Spürsinn festhält.
Unter den Publikumsfavoriten des Fünf-Seen-Filmfestivals 2011.
Mittwoch, 23.5.2012, 19.30 Uhr Starnberg
Kulturforum Starnberg und Kino Breitwand
laden ein zum
FILMGESPRÄCH
„Kairo 678“
Regie: Mohamed Diab, Ägypten 2010, 100 Min.
Sexuelle Belästigung ist ein Tabuthema in der ägyptischen Gesellschaft und findet dennoch jeden Tag statt. Drei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten wollen sich nicht länger mit männlichen Übergriffen abfinden. Fayza (Boshra) ist eine Frau aus der Arbeiterklasse, die jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit fahren muss. Ständig wird sie in den überfülllten Bussen der Metropole begrapscht. Schließlich geht Fayza in Sebas (Nelly Karim) Selbsthilfegruppe. Seba selbst wurde vor Jahren Opfer einer Massenvergewaltigung. Deshalb kämpft die privilegierte Frau aus der Oberschicht heute für mehr Frauenrechte. Eine Mitstreiterin findet sie in Nelly (Nahed El Sebai), die bei einem Überfall nur knapp ihren Peinigern entkommen konnte. Ganz unterschiedlich reagieren die Frauen, die nicht mehr stillschweigende Opfer sein wollen. Während Nelly vor Gericht zieht und die erste Klage wegen sexueller Belästigung in Ägypten anstrebt, zieht Fayza lieber das Messer und sticht ihren Angreifern ins Genital.
Zur Diskussion haben wir die Autorin, Islamwissenschaftlerin und Nahostexpertin Alexandra Senfft eingeladen. Sie hat als Nahostreferentin der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, als UNO-Beobachterin in der Westbank und als UNO-Pressesprecherin im Gazastreifen gearbeitet
Film im fanzösischen Original mit Untertiteln
Schloss Seefeld: Dienstag, 15.5.2012, 20 Uhr - Starnberg: Mittwoch, 16.5..2012, 19.30 Uhr
Intouchables - Ziemlich beste Freunde
Fr 2011, 112min, FSK ab 6 J, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano, Darsteller: Anne Le Ny , Clotilde Mollet, Omar Sy
Es gibt Filme, die über sich hinaus wachsen und das Herz öffnen. Einer dieser Filme ist die französische Tragikomödie \"Intouchables\". Quer durch alle sozialen Schichten und Milieus hinweg finden der ältere, steinreiche Philippe (François Cluzet) und der viel jüngere, eben aus dem Gefängnis entlassene Driss (Omar Sy) zueinander. Philippe hat alles, was man sich in einem gut situierten Leben vorstellen kann- mit einem großen Makel: Er ist vom Hals abwärts gelähmt. Er braucht jemanden, der sich rund um die Uhr um ihn kümmert. Driss, der eigentlich nur einen Stempel für die Arbeitslosenunterstützung abkassieren will, wird von Philippe für den Job ausgesucht. Von da an macht es nur Spaß, den beiden zuzusehen, wie der eine seine Großmäuligkeit verliert und der andere nochmals das Leben zu genießen beginnt und bereit ist, eine wunderbare Freundschaft zu leben.
Vangin yar
Montag, 14.5., 19 Uhr Starnberg
Mittwoch, 16.5., 19 Uhr Herrsching
Yangin var
Türkei 2010, 98 min.
Dem türkischen Feuerwehrmann Koshman wird eine große Ehre zuteil. Er soll das Geschenk der kurdischen Stadt Diyarbakir in seine Heimatstadt Chayirbagi, in der Provinz Trabzon, geleiten. Bei dem Geschenk handelt es sich um ein Feuerwehrauto. Wegen seiner nationalistischen Ansichten begibt er sich, trotz seiner großen Leidenschaft für Feuerwehrautos, nur widerwillig in die kurdische Stadt Diyarbakir. Letztlich findet sich der gutaussehende Mann aus der Region des schwarzen Meers doch in Diyarbakir wieder. Auf seiner Reise in die Heimat ist er jedoch in mysteriöser Begleitung, zum ersten mal nimmt er die überwältigende Schönheit der Landschaft wahr. Noch weiß er nicht, dass ihm eine Rückreise voller Bomben, Liebe, Gewalt, Trauer und Lachen bevorsteht, die sein Leben verändern wird.
Auch in der dritten Ausgabe der DOK.tour werden wieder vier herausragende Dokumentarfilme aus dem aktuellen DOK.fest Programm bayernweit im Kino präsentiert. Wieder ist die Bandbreite des dokumentarischen Arbeitens und der Themen wieder breit gesteckt. Eine essayistische Reise entführt in die Weiten der Wintersportindustrie, wir tauchen ein in die abenteuerlichen Welten der Live-Rollenspieler, liebevolle Porträts dreier Messies gewähren Einblicke in ihre achtsam gesammelten Trödelhaufen und Vergangenheit und Gegenwart einiger Nachfahren verschiedener namhafter Nazigrößen werden uns vor Augen geführt. Lassen Sie sich mitnehmen in diese Weiten und Welten!
Schnee
Eine essayistische Reise durch das österreichische Pitztal, die sich die Frage nach der Verantwortung des Wintersports stellt. Wie geht man mit der Ressource Berg und Natur um. Was passiert abseits der Pisten, zur Sommer- und Winterzeit. Eine stille Beobachtung die Fragen aufwirft ohne zu werten.
Hitler´s Children
Der israelische Filmemacher Chanoch Ze\'evi brachte Nachkommen von Tätern und Opfern des Holocaust zusammen und konfrontierte beide Seiten für den Dokumentarfilm „Hitler’s Children“ mit der gemeinsamen Geschichte.
Die Herren der Spiele
Drei Menschen mit einem außergewöhnlichen Hobby: Liverollenspiel (LARP). Ein Wochenende lang jemand anders sein, Abenteuer erleben, Schlachten schlagen, wieder Kind sein; Erholung von der Realität und sich selbst.
Messies – ein schönes Chaos
Schweiz 2011. Ein intimer Blick auf ein irritierendes wie faszinierendes Phänomen. Schweizer Filmpreis 2012.