La Passione

Mi., 25.4., 19.30 Uhr Starnberg, Film im italien. Original mit Einführung

It 2010, 106 min. Regie: Carlo Mazzacurati, mit Silvio Orlando, Cristiana Capotondi

Filmregisseur Gianni Dubois steckt in einer Schaffenskrise. Bereits fünf Jahre ist es her, seit er seinen letzten Film gedreht hat. Nun zermartert er sich das Hirn, um eine gute Plot-Idee zu finden, mit der er das neue TV-Starlet Flamina Sbarbato für ein neues Projekt gewinnen kann. Sein Agent in Rom droht ihm, im Falle ausbleibender Ideen den Geldhahn zuzudrehen. Dazu hat ein Leck in einer Ferienwohnung in der Toskana eine Kirche beschädigt und er kann den Vorfall nur gerade biegen, wenn er in dem Ort ein Passionsspiel inszeniert. Kein einfaches Unterfangen, denn das Passionsspiel wird in genau fünf Tagen aufgeführt, und die Truppe aus Freiwilligen ist ein chaotischer Haufen...

AGENDA 21. Snow - Snijeg

17.4.2012, 19.30 Uhr Herrsching

Snijeg (Schnee)
BIH 2008, R: Aida Begic. 100 Min.
Sechs Frauen, ein alter Mann und fünf Kinder leben in Slavno, einem kleinen Dorf, das fernab der Welt zu liegen scheint und doch in den 90er Jahren vom Krieg in Bosnien heimgesucht worden war. Jetzt möchten Serben ihr Dorf kaufen. Sollen die Frauen das Angebot wahrnehmen und ihr verlassenes Dorf aufgeben? Oder sollen sie bleiben?
Die verbliebenen Dorfbewohner in Aida Begiæs Snow (Snijeg) müssen sich zwei Herausforderungen stellen: Zum einen dem täglichen Kampf ums Überleben, zum anderen der verzweifelten Suche nach vermissten und tot geglaubten Angehörigen. Unter der frustrierten Dorfbevölkerung keimt jedoch neue Hoffnung auf, als ein zufällig vorbeikommender Lastwagenfahrer verspricht, sämtliche Erzeugnisse aufzukaufen, und ihnen somit zu bescheidenem Wohlstand zu verhelfen. Zeitgleich versucht jedoch ein großer Baukonzern, sich die gesamten Ländereien anzueignen und alle Bewohner aus ihrer Heimat zu vertreiben.
Nur Alma, eine der Anwohnerinnen, deren Ehemann im Krieg fiel, glaubt noch an den finanziellen Aufstieg ihres Dorfes durch den Handel mit Pflaumenkonfitüre und anderen Früchten und Gemüseprodukten.

Zum Film: Snow

Wunschfilm: Der Spion, der aus der Kälte kam

Mittwoch, 11.4., 19 Uhr Starnberg

Mit Einführung durch Thomas Lochte

The Spy who came in from the Cold, Regie: Martin Ritt mit Richard Burton, Claire Bloom, Oskar Werner, Sam Wanamaker, George Voskovec, Rupert Davies, Cyril Cusack, Peter van Eyck, Michael Hordern u. a. - GB / USA 1965; 110 Minuten

Alec Leamas leitet das Büro des britischen Geheimdienstes in Berlin. Nachdem alle seine Agenten ausgeschaltet worden sind, inszenieren die Briten den beruflichen und sozialen Abstieg Alecs, damit es glaubwürdig erscheint, dass er sich von seinen Gegenspielern in der DDR anwerben lässt. Der Plan scheint aufzugehen, aber dann stellt Alec fest, dass ihn seine Vorgesetzten bewusst getäuscht haben und ganz andere Absichten verfolgen, als er dachte ...

Martin Ritt (* 1920) verfilmte den 1963 veröffentlichten Spionageroman \"The Spy who came in from the Cold\" (\"Der Spion, der aus der Kälte kam\"). Während seit 1962 der ebenso glamouröse wie unschlagbare britische Geheimagent James Bond 007 die Welt in regelmäßigen Abständen vor Schurken rettet, geht es hier um einen britischen Spion, der Opfer einer raffinierten Intrige wird und erfahren muss, dass seine eigene Seite genauso skrupellos und heuchlerisch handelt wie die gegnerische. Seine Vorgesetzten schrecken nicht einmal davor zurück, eine Liebesbeziehung für ihre Zwecke zu missbrauchen. Alec Leamas ist alles andere als ein strahlender Held.

Martin Ritt (Regie), Paul Dehn und Guy Trosper (Drehbuch) hielten sich bei der Verfilmung von \"Der Spion, der aus der Kälte kam\" eng an die literarische Vorlage von John le Carré. Der Film wird vor allem durch Dialoge getragen. Auch die sachliche und realistische, kühle und nüchterne Inszenierung entspricht dem Spionageroman.

Im Original

Wunschfilm: Axel Munthe, der Arzt von San Michele

Mittwoch, 09.05.2012, 19 Uhr

D 1956, 118 min., Regie: Giorgio Capitani, Rudolf Jugert, mit O.W. Fischer, Sonja Ziemann

Stationen eines erfüllten Lebens. Angefangen mit den Studienjahren Axel Munthes in Schweden und Paris wird der Lebensweg des großen schwedischen Arztes nachgezeichnet. In Paris wird er der jüngste Doktor der Medizin, in Rom Treffpunkt des Hochadels, um schließlich als erster Arzt der Welt in das Choleragebiet von Neapel zu eilen. Am Ende seines Lebens erblindet er, aber er verzweifelt nicht. Sein nie ermüdender Idealismus und zugleich sein leidenschaftlicher Geltungsdrang haben sein Leben geprägt.

Rumänisches Kino

Mit Einführung am 28.3.2012

Der junge Film aus Rumänien erobert die internationalen Festivals, in den deutschen Kinos sind die Erfolgsfilme der so genannten Neuen Welle jedoch eher selten zu sehen. Eine Gelegenheit bietet nun das Kino Breitwand in Starnberg. Das Programmkino widmet dem Neuen Rumänischen Film eine Sonderveranstaltung mit Vortrag, Filmvorführung und anschließender Diskussion: Am Mittwoch, 28. März 2012, wird Filmwissenschaftlerin Dr. Verena Schmöller eine Einführung in die jüngste Filmgeschichte des Landes geben und am Beispiel von „Police, Adjective“ vorführen, was das Kino aus Rumänien ausmacht. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Notizen zum Vortrag

Das Kino aus Rumänien ist aus der internationalen Filmfestivallandschaft nicht mehr wegzudenken; in der Branche spricht man gelegentlich gar vom „rumänischen Filmwunder“. Seit 2004 erobern die jungen Filmemacher des Landes die Leinwände weltweit mit einem ‚neuen‘ und unprätentiösen Realismus. Der Vortrag gibt einen Überblick über die jüngste Filmgeschichte Rumäniens und über die erfolgreichsten Filme der so genannten Neuen Rumänischen Welle. Am Beispiel von „Police, Adjective“ (Rumänien 2009, Corneliu Porumboiu), „12:08 Jenseits von Bukarest“ (Rumänien 2006, Corneliu Porumboiu) und „4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“ (Rumänien 2007, Cristian Mungiu) zeigt die Referentin die Merkmale des Filmschaffens der jungen Rumänen auf.

Police.Adjectif

Rumänien 2009, 115 min., OmU, Regie: Corneliu Porumboiu, mit Dragos Bucur, Vlad Ivanov, Ioan Stoica, Irina Saulescu, Cosmin Selesi, Ion Stoica

Cristi ist ein junger rumänischer Polizist. Er träumt vom ganz großen Ermittlungserfolg. Zunächst muss er sich jedoch mit einem Schüler befassen, der angeblich Haschisch konsumiert. Um herauszufinden, ob dieser auch mit Drogen dealt, beschattet Cristi den Jugendlichen mehrere Wochen. Bei der Observierung ergeben sich aber keine Anhaltspunkte für den Verdacht.
Dennoch beginnt der junge Polizist an seinem Beruf und dem Rechtssystem Rumäniens zu zweifeln: Wieso soll er einen Jungen hinter Gitter bringen, der in benachbarten Ländern straffrei kiffen könnte? Außerdem versteht Cristi nicht, weshalb man wegen so einem kleinen Delikt so einen hohen Aufwand betreibt. Wütend versucht der Polizist schließlich weitere Ermittlungen gegen den Jungen zu unterbinden.
\"Politist, Adjectiv\" wurde 2010 in Canens mit dem Jury Preis der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet.

Veranstaltungsort: Kino Breitwand Starnberg, Wittelsbacher Str. 10, 82319 Starnberg. Kartenreservierungen unter Tel. 08151-971800 oder Mail starnberg@breitwand.com

Tambien la lluvia - Und dann der Regen

Film im spanischen Original mit Untertiteln

Schloss Seefeld: Dienstag, 27.3.2012, 20 Uhr - Starnberg: Mittwoch, 28.3.2012, 19.00 Uhr

Tambien la lluvia - Und dann der Regen

Es, Fr, Mex 2011, 104 min., OmU, Regie: Iciar Bollain, mit Gabriel Garcia Bernal, Raul Arevalo, Luis Tosar

Der Film erzählt die Geschichte des Regisseurs Sebastíanund des Filmproduzenten Costa, die in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus drehen wollen. Während der Dreharbeiten werden sie in die lokalen Konflikte, um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung hineingezogen, die auf den tatsächlichen Ereignissen des Wasserkriegs von Cochabamba basierten. Der grandiose Film mit großartigen Aufnahmen und einem Thema, das der eigenen Verantwortung - auch der Künstler - im Angesicht wirklicher Geschehnisse auf dieser Welt, hat ihm zurecht den vom Zuschauer ausgewählten Publikumspreis des Fünf-Seen-Filmfestivals 2011 eingebracht.

In memoriam Theo Angelopoulos

Eine kleine Rückschau

Seitdem es das Kino Breitwand gibt, ist es begleitet worden von den Werken außergewöhnlicher Regisseure. Theo Angelopoulos hat von Anfang an dazu gehört und seine Filme waren Erlebnisse für jeden Kinogänger und für mich. Theo Angelopoulos starb tragisch bei den Dreharbeiten zu seinem letzten Film. Er war einer der Meisterregisseure des modernen Kinos, vor allem auf Grund seines ihm eigenen Stils, der sich durch lange, durchkomponierte Einstellungnen auszeichnete, die etwas unglaublich Schönes, Ausgewähltes, Dauerndes mit sich trugen und damit die Zeit verbildlichten, das Hauptthema von Angelopoulos. Immer wieder setzte er sich mit der Geschichte und Gegenwart Griechenlands und des Balkans auseinander. 1998 gewann er mit seinem Film Die Ewigkeit eines Tages mit Bruno Ganz in der Hauptrolle die Goldene Palme von Cannes. 1995 bekam er in Cannes den Großen Preis der Jury für Der Blick des Odysseus mit Harvey Keitel, 1988 den Silbernen Löwen für Landschaft im Nebel, 1980 den Goldenen Löwen für Der große Alexander, 1984 wurde er in Cannes für Reise nach Kythera und 1975 für sein Meisterwerk Die Wanderschauspieler ausgezeichnet.
Vergessen werde ich nicht den Moment, da die Telefonarbeiter auf Stangen wieder die Verbindung herstellen oder sich Jeanne Moreau und Marcello Mastroianni auf einer Holzbrücke wieder begegnen in Der schwebende Schritt des Storches
Wir werden die Filme von Angelopoulos im Kino Breitwand am Leben erhalten, auch wenn sie Geduld erfordern und Hinschauen, Betrachten und Sich-Einlassen, fast etwas Anachronistisches in unserer heutigen Zeit. Aus der Vielzahl der Meisterwerke zeigen wir in diesem Programm Landschaft im Nebel über die Suche zweier Kinder nach dem verheissenen Land - Deutschland, Der Bienenzüchter mit Marcello Mastroianni über das Alter, das Leben, die Erinnerungen und die letzten Stunden, sowie im Original mit englischen Untertiteln The weeping meadow - Die Erde weint, der hier noch nie gezeigt wurde. (Matthias Helwig)

Termine im Kino Breitwand Schloss Seefeld
So., 25.03.11.00 Theo Angelopoulos: Landschaft im Nebel
So., 25.03. 13.00 Theo Angelopoulos: Der Bienenzüchter
Di., 27.03. 21.00 Theo Angelopoulos: Weeping Meadow , bisher nicht in Deutschland verliehen

Termine entnehmen Sie bitte dem newsletter am 19.3.

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